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Geleitwort

In den frühen 80er Jahren war ein Student in Japan hingerissen von Programmiersprachen. Er träumte von einer eigenen Sprache. Etliche Jahre später wurde sein Traum Wirklichkeit. Er schuf Ruby, das in diesem Buch beschrieben wird, und der Junge war ich!

1993 sprach ich mit Kollegen über Skriptsprachen, über deren Stärken und vor allem deren Zukunft. Aber ich war nicht glücklich über die zu diesem Zeitpunkt verfügbaren Sprachen (Perl und Python). Ich wollte eine Sprache, die mächtiger als Perl und objektorientierter als Python sein sollte. Da es keine solche Sprache gab, entschied ich mich dazu, meine eigene Sprache zu schreiben.

Ich glaube, dass der Sinn des Lebens, zumindest teilweise, darin besteht, glücklich zu sein. Ich gebe auch zu, dass ich ein fauler Programmierer war. Deshalb fühle ich mich wohl, wenn der Computer mehr arbeitet und ich weniger. Auch sind meine Gehirnwindungen träge und deshalb genieße ich es, wenn ich mich auf die wirklichen Probleme konzentrieren kann und von den Ungereimtheiten der Sprache verschont bleibe. Ruby wurde geschaffen, um Programmierer glücklich zu machen. Zumindest hatte ich sie entwickelt, um glücklich zu werden.

Gegen Ende 1995 wurde Ruby 0.95 der Öffentlichkeit als freie Software vorgestellt. Ich hatte Ruby mit Emacs und gcc unter Linux entwickelt, die alle frei verfügbar sind, also lag es für mich auf der Hand, Ruby ebenfalls der freien Softwarewelt beizusteuern.

Einige Jahre war Ruby sozusagen eine rein japanische Programmiersprache. Dann aber entdeckte das nichtjapanische Publikum Ruby. Zuerst wurde ein englisches Buch publiziert und jetzt haben wir auch dieses erste deutsche Buch über Ruby.

Ich verdanke der Ruby-Gemeinschaft außerordentlich viel. Sie hat mir sehr geholfen. Ruby ist durch die Gemeinschaft gewachsen. Ohne deren Hilfe hätte ich Ruby nicht zu dem machen können, was es jetzt ist.

Ich bin froh darüber, dass es jetzt auch ein deutsches Ruby-Buch gibt. Der erste Nicht-Japaner, der ernsthaftes Interesse an Ruby hatte, war übrigens ein Deutscher. Ich wünschte, ich hätte Deutsch an der Universität intensiver studiert. Ich habe beinahe alles verlernt, bis auf das ABC, die Zahlen und Begrüßungen habe ich alles vergessen, das ist traurig.

Ich hoffe, dass Ihnen Ruby, zusammen mit diesem Buch, den Programmieralltag erleichtert und versüßt. Seien Sie glücklich. Danke schön.

Yukihiro "`matz"' Matsumoto
August 2001, Japan

Vorwort

In my eyes it is never a crime to steal knowledge. It is a good theft.
The pirate of knowledge is a good pirate.

Michel Serres




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